Der lange Weg zum Berufsmusiker

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Den Wunsch und Traum Berufsmusiker zu werden haben viele, nur die wenigsten schaffen es jedoch. Der Weg mit Musik sein tägliches Brot zu verdienen ist lang und steinig, für die meisten viel zu lang. Schon von Kindesalter an muss man viel Zeit in den späteren „Vielleichtberuf“ stecken. Mehrstündiges, tägliches Üben ist absolute Pflicht und hat oberste Priorität. Da bleibt vieles andere auf der Strecke, denn wenn die Freunde im Sommer im Schwimmbad toben, erfreut sich der heranwachsende Berufsmusiker am Lesen endloser Partituren.

Wer die ersten Schritte erfolgreich bewältigt, darf sich auf ein schwieriges Musikstudium freuen. Fragt man junge Studierende nach ihrem Grund für diese Art von Studium ist die Antwort meistens die Gleiche: Die Liebe zur Musik. Man will kreativ sein und sein Leben der Kunst widmen. Diese Naivität weicht der Realität bei den meisten genau an dem Tag, an dem die nächste Miete oder größere Rechnung fällig ist. Denn der Vermieter wird sich nicht mit einem perfekt gefiedelten Ständchen zum Monatsersten zufriedengeben. Er will richtiges Geld sehen.

Die hoch angesehenen Österreichischen Musikuniversitäten wie das Mozarteum in Salzburg, die Konservatorien in Wien und Graz und die Musik-Uni in Wien bilden jährlich hunderte von hochtalentierten und hochqualifizierten Musikern aus. Mehr als die Hälfte der Studenten kommt mittlerweile aus dem Ausland. Nicht wenige der Studenten haben sich relativ hoch verschuldet, denn die international hoch angesehenen Ausbildungsstätten lassen sich ihren Ruf auch dementsprechend bezahlen.

Von jährlich etwa 200 erfolgreichen Absolventen schaffen es nicht einmal fünf eine Solokarriere z6424457419_98719032e8_bu starten. Nicht einmal die Hälfte bekommt einen befristeten Zeitvertrag in einem Orchester. Die Zeiten in denen in der Musikbranche akuter Nachwuchsmangel herrschte, sind schon lange vorbei. Auf eine offene Orchesterstelle kommen hunderte Bewerber. 50 und mehr werden zum Vorspielen eingeladen. Einer bekommt den Job.

Keine Wunder, dass es viele über die wie Unkraut aus dem Boden schießenden Castingshows versuchen, wenigstens die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und eventuell entdeckt zu werden.